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	<title>Bin ich erwachsen</title>
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	<description>Ein weiteres tolles WordPress-Blog</description>
	<pubDate>Fri, 04 Jan 2008 19:11:07 +0000</pubDate>
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		<title>Forever 18</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Nov 2006 15:08:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janine Wagner</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[nicht erwachsen sein wollen]]></category>

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		<description><![CDATA[Beate Wolf war fünf Jahre mit einem Mann zusammen, der es nicht gern sah, wenn sie die Wohnung verlassen hat. Sie durfte nicht mehr ins Solarium und auch nicht ins „Oldies“, die Disco um die Ecke. Beate Wolf  hat sich irgendwann gedacht, dass es das nicht sein kann.  Seitdem ist sie wieder allein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beate Wolf war fünf Jahre mit einem Mann zusammen, der es nicht gern sah, wenn sie die Wohnung verlassen hat. Sie durfte nicht mehr ins Solarium und auch nicht ins „Oldies“, die Disco um die Ecke. Beate Wolf  hat sich irgendwann gedacht, dass es das nicht sein kann.  Seitdem ist sie wieder allein mit ihren drei Kindern. Beate Wolf ist 33. Und als wolle sie die Spuren ausgleichen, die die vergangenen Jahre in ihrem Gesicht hinterlassen haben, sieht sie halsabwärts aus wie ihre 11-jährige Tochter Jessy. </p>
<p>Sie kauft bei Pimkie ein, und auch gerne bei Orsay und Forever 18. Für immer 18 - das wär`s. Beate Wolf hat Angst davor,  erwachsen zu werden. Davor, dass man sich doch irgendwann mal  vernünftig anziehen muss. So wie die Mütter, die sie immer beim Elternabend ihrer Kinder trifft. „Ich denk` dann immer, ich bin fehl am Platz. Weil mich alle so angucken.“ Aber so wie die will sie nicht sein. Sie will das so lange hinauszögern, wie es geht. Deshalb geht sie immer noch oft tanzen. Und „weil man sich da wieder ganz anders fühlt. Man hat die ganze Last weg“. </p>
<h3>„Solange ich´s tragen kann, trag ich&#8217;s.“</h3>
<p>Wenn sie manchmal ältere Leute sieht, die so 40, 50 sind und sich anguckt, was die für Sachen tragen, denkt sie immer: „Hoffentlich wirst du nicht mal so. Aber solange wie´s noch geht und mir die Leute sagen, dass ich’s tragen kann, trag ich´s.“ Die Leute, das sind vor allem die Kinder in der Schule, wo sie an der Essensausgabe arbeitet. „Die fragen mich, wo ich das Strass-Top her habe und die rosa Buffalo-Schuhe.“ </p>
<p><img id="image132" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/schuhe-220.jpg" alt="schuhe-220.jpg" /></p>
<p>Beates fünfzehnjähriger Sohn Alexander ist stolz auf seine Mutter. Darauf, dass sie sich so anzieht wie die Mädchen aus seiner Klasse. Und  darauf, dass sie ganz oft von Männern angesprochen wird. Als wüsste er, dass jedes Kompliment Balsam für die verletzte Seele seiner Mutter ist. „Mama verdient sich auch mal so was“, sagt er -  eine für pubertierende Jungs eher untypische Geste der Zuneigung. </p>
<p>Auch wenn Beate Wolf die geltenden Kleidungs- und Benimmregeln des Erwachsenseins weitgehend ignoriert, erwachsen muss sie sein, wenn es um ihre Kinder geht. Da muss man Regeln aufstellen, auch mal sagen „so nicht“. So wie letztens. Da kam Alexander mit Sido an.
<div class="box">
<h4>Mehr zum Thema<br />
</h4>
<ul>
<li><a href="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/45">Pimkie mit 33 - geht das?</a></li>
<li></ul>
<ul>
</div>
<p> Beate Wolf mag eigentlich Hip Hop. „Eminem und Bushido, das ist voll meine Musik. Aber Sido, das ist unter der Gürtellinie.“  </p>
<p>Jessy leiht Beate das bauchfreie Top fürs „Oldies“ heute Abend.  „Mama ist mein großes Vorbild“, sagt sie. Vielleicht ist es aber auch umgekehrt. </p>
<div class="box big">
<h4>Forever 18 - Der Laden</h4>
<p>Die Modekette Forever 18 wirbt mit dem Slogan &#8220;Forever 18 Girls have Fun&#8221;. Warum es vor allem ältere Girls sind, die da Spaß haben, beantwortet Marketingchef Gary Gelsing.<br />
<strong>Frage: Täuscht der Eindruck, oder stimmt es, dass es vor allem Frauen über 30 sind, die bei Ihnen einkaufen?</strong><br />
Gelsing: Na ja, bei uns kaufen viele junge Mädchen, aber es stimmt schon: viele unserer Kunden sind um die 30. Und nach denen gucken wir auch gezielt.<br />
<strong>Sie produzieren also bewusst Kleidung für Frauen, die keine 18 mehr sind, sich aber so fühlen wollen?</strong><br />
Genau. Die schätzen, dass wir nicht so ZARA-like sind, nicht so edel eben. Die wollen sich poppig anziehen. Die gehen noch in die Disco und wollen da trendy aussehen. Aber es darf auch nicht so viel kosten.<br />
<strong>Was kommt denn bei Ihrem älteren Publikum im Moment besonders gut an?</strong><br />
Der Leoparden-Look ist gerade sehr beliebt. </div>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Hier spricht die Wissenschaft</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Nov 2006 15:08:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Neela Richter</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[erwachsen sein]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Neurobiologin
Biologisch gesehen sind wir erwachsen, wenn wir Kinder bekommen können. Unser Gehirn wird aber nie erwachsen, sagt Entwicklungsneurobiologin Petra Wahle.
mehr
Der Jurist
Nicht erwachsen sein wirkt sich strafmildernd aus. Dank Jugendstrafrecht. Was sich ändert, wenn man volljährig raubt, mordet oder totschlägt, erklärt der Berliner Jurist Michael Matzke.
mehr
Der Psychologe
Erst wenn Jugendliche nicht nur Regeln anerkennen, sondern auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Die Neurobiologin</h3>
<p><img id="image270" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/wahle3_220.jpg" alt="Expertin" />Biologisch gesehen sind wir erwachsen, wenn wir Kinder bekommen können. Unser Gehirn wird aber nie erwachsen, sagt Entwicklungsneurobiologin Petra Wahle.<br />
<a class="mehr" href="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/10">mehr</a></p>
<h3>Der Jurist</h3>
<p><img id="image312" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/foto_matzke_220.jpg" alt="foto_matzke_220.jpg" />Nicht erwachsen sein wirkt sich strafmildernd aus. Dank Jugendstrafrecht. Was sich ändert, wenn man volljährig raubt, mordet oder totschlägt, erklärt der Berliner Jurist Michael Matzke.<br />
<a class="mehr" href="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/17">mehr</a></p>
<h3>Der Psychologe</h3>
<p><img id="image251" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/herbert-scheithauer_220.jpg" alt="Herbert Scheithauer" />Erst wenn Jugendliche nicht nur Regeln anerkennen, sondern auch eigene Werte entwickeln, sind sie erwachsen. Das sagt der Entwicklungspsychologe Herbert Scheithauer. Das Erwachsensein müsse sich jeder selbst erarbeiten.<br />
<a class="mehr" href="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/61">mehr</a></p>
<h3>Der Zukunftsforscher<br />
</h3>
<p><img id="image252" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/horx_220.jpg" alt="Matthias Horx" />Mit 66 Jahren&#8230;fängt das Leben in der Zukunft vielleicht wirklich erst an. Zukunftsforscher Matthias Horx sagt voraus, dass wir dann in eine neue Lebensphase starten - den &#8220;Zweiten Aufbruch&#8221;.<br />
<a class="mehr" href="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/64">mehr</a></p>
<h3>Die Historikerin</h3>
<p><img id="image253" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/akehnel_220.jpg" alt="akehnel_220.jpg" />Das Konzept &#8220;Erwachsensein&#8221; ist eine moderne Erfindung. Im Mittelalter gab es keinen Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen, sagt Historikerin Annette Kehnel.<br />
<a class="mehr" href="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/62">mehr</a></p>
<h3>Der Philosoph</h3>
<p><img id="image254" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/experte_anton-hugli_220_web.jpg" alt="experte_anton-hugli_220_web.jpg" />Erwachsenwerden heißt auf philosophisch Mündigkeit. Im Idealfall wird man nicht nur Mamas Liebling, sondern ein kritischer Mensch. Der Philosoph Anton Hügli erklärt, wie das geht.<br />
<a class="mehr" href="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/50">mehr</a></p>
<h3>Die Kulturwissenschaftlerin</h3>
<p><img id="image496" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/neef_220x1401.jpg" alt="neef_220x1401.jpg" /></p>
<p>Erwachsensein heißt „fertig“ sein. Doch lebenslanges Lernen und fortwährendes Anpassen an eine sich schnell ändernde Umwelt verhindern das. Die Kulturwissenschaftlerin Anneliese Neef erklärt, warum echte „Erwachsene“ eine aussterbende Spezies sind.<br />
<a class="mehr" href="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/297">mehr</a></p>
<h3>Der Soziologe</h3>
<p><img id="image345" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/soziologe_hurrelmann-220x140px.jpg" alt="soziologe_hurrelmann-220x140px.jpg" />Das Erwachsenwerden hat sich verändert. Folge: Der Unterschied zwischen Jugendlichen und Erwachsenen schwindet, sagt der Sozial- und Gesundheitswissenschaftler Klaus Hurrelmann.<br />
<a class="mehr" href="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/344">mehr</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Zähne auseinander</title>
		<link>http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/429</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Nov 2006 15:08:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Rzepka und Bettina Less</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[erwachsen sein müssen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die vielen Bohrer und Tupfer sind gar nicht das Problem. Aber wenn der Zahnarzt Mirjetas Mutter erklärt, was er gerade bei ihr macht, versteht sie nichts. Deswegen muss Mirjeta, selbst gerade mal zwölf Jahre alt, übersetzen. Obwohl sie neben Deutsch auch fließend Albanisch spricht, macht sie das manchmal mit Händen und Füßen. Für “Zahn ziehen” [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die vielen Bohrer und Tupfer sind gar nicht das Problem. Aber wenn der Zahnarzt Mirjetas Mutter erklärt, was er gerade bei ihr macht, versteht sie nichts. Deswegen muss Mirjeta, selbst gerade mal zwölf Jahre alt, übersetzen. Obwohl sie neben Deutsch auch fließend Albanisch spricht, macht sie das manchmal mit Händen und Füßen. Für “Zahn ziehen” fasst sie sich an ihren Schneidezahn und tut so, als würde sie ihn rausholen.</p>
<p>Schon den Termin beim Zahnarzt macht Mirjetas Mutter nicht selber aus. Das machen ihre Töchter. „Wir gehen dann mit, wenn wir Zeit haben“, sagt eine von ihnen. Ihre Mutter muss sich nach dem Terminkalender der Töchter richten. </p>
<h3>Flucht aus dem Kosovo</h3>
<p>Mirjetas Eltern sprechen nicht so gut Deutsch. Vor zwölf Jahren sind sie aus dem Kosovo geflohen. Mirjetas Vater, inzwischen nach eigenem Bekunden „gut über 50 Jahre“, wollte nicht in der jugoslawischen Bundesarmee dienen. Dafür wurde ihm mit dem Tod gedroht, wie er sagt. Mitten in der Nacht packte er seine Sachen und kam mit Frau und vier Kindern nach Deutschland. Mirjeta ist das fünfte Kind. Sie wurde in Berlin geboren und fühlt sich als Deutsche.</p>
<p><img id="image468" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/zahnarzt-teaserbild.jpg" alt="Teaserbild Zahnarzt" />In der Wohnung der Familie riecht es nach frisch gekochtem Essen. Auf den Holzdielen der Altbauwohnung liegt ein langer Teppich mit schwarzen Schnörkeln. Im Wohnzimmer läuft der Fernseher. Statt deutscher Sender schaut die Familie lieber RTK, kosovarisches Heimatprogramm. Die albanische Schlagersängerin Skurte Feshasa schmachtet im rot-schwarzen Ballkleid vor einem sprudelnden Brunnen. </p>
<p>„Ich musste mein Land verlassen und in der Fremde erwachsen werden“, übersetzt Mirjeta den Text. „Skurte ist gut“, sagt Mirjetas Mutter freudestrahlend auf Deutsch. Wer mehr über ihren Musikgeschmack wissen will, muss Mirjeta bitten, zu übersetzen. Das macht sie übrigens gerne. Genauso wie auf den kleinen Cousin aufpassen, den Schreibtisch aufräumen und die Einkaufsliste schreiben. </p>
<h3>„Mama macht nie die Flaschen“</h3>
<p>Samstagmorgens geht Mirjeta mit ihrer Mutter zu Aldi. „Sie müssen einen Wagen nehmen“, ruft die Kassiererin Mirjetas Mutter zu. „Ti dut në kuliz me mar“, flüstert Mirjeta ihrer Mutter zu. Die Mutter steuert auf das Gemüse zu, Mirjeta bringt solange die Pfandflaschen am Automaten zurück. „Mama macht nie die Flaschen“, sagt sie während sie den Automaten füllt. Ihre Mutter drückt sich davor. Denn wenn der Automat voll ist, klingelt er laut durch den ganzen Laden und man muss die Kassiererin rufen. Mirjeta hat das auch schon gemacht. „Voll peinlich“ war das. Ihre Mutter würde sich das nicht trauen.</p>
<p>Nach dem Einkauf packt Mirjeta Spagetti, Brot und Öl in der Küche aus. Sie schnappt sich ihre Tasche und stürmt aus der Wohnung. Mirjeta trifft sich mit ihrer deutschen Schulfreundin. Zum Ballspielen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Zwei Mädchen - zwei Lebenswelten</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Nov 2006 15:08:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Falko Wittig</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[erwachsen werden]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Prenzlauer Berg ins brandenburgische Wusterhausen ist es nicht weit. 70 Kilometer Luftlinie sind die beiden Orte voneinander entfernt. Würden sich Laura und Anne-Marie besuchen, müssten sie rund 100 Kilometer mit dem Auto fahren, eineinhalb Stunden wären sie mit dem Zug unterwegs. Doch Laura und Anne-Marie kennen sich nicht. Beide führen sehr unterschiedliche Leben. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von Prenzlauer Berg ins brandenburgische Wusterhausen ist es nicht weit. 70 Kilometer Luftlinie sind die beiden Orte voneinander entfernt. Würden sich Laura und Anne-Marie besuchen, müssten sie rund 100 Kilometer mit dem Auto fahren, eineinhalb Stunden wären sie mit dem Zug unterwegs. Doch Laura und Anne-Marie kennen sich nicht. Beide führen sehr unterschiedliche Leben. Die eine ist Großstadt-, die andere Kleinstadtkind.</p>
<h3>Das Großstadtkind</h3>
<p><img id="image432" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/laura220a.jpg" alt="Großstadtkind Laura Fabian" />Sie hat alles vor der Haustür. Zehn Minuten braucht sie bis zur Schule, zehn Minuten bis zum Kino, keine fünf Minuten bis zur nächsten Kneipe. Am liebsten aber ist sie in ihrem Jugendklub. Laura lebt an einem Ort, der als Szenetreffpunkt schlechthin gilt. Viele wollen deshalb hier hin. <a class="mehr" href="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/142">mehr zum Großstadtkind</a></p>
<h3>Das Kleinstadtkind</h3>
<p><img id="image106" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/anne220g.jpg" alt="Kleinstadtkind Anne-Marie Müller" />Für ihr Fachabi pendelt sie jeden Tag zwei Stunden zur Schule, abends nimmt sie einmal die Woche im Schützenverein das Luftgewehr in die Hand. Am Wichtigsten aber ist die Familie. Weite Wege, wenig Jobs - Anne-Marie lebt in einer Region mit großen Problemen. Viele wollen deshalb hier weg.<a class="mehr" href="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/19">mehr zum Kleinstadtkind</a></p>
<h3>Der Jugendforscher</h3>
<p><img id="image97" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/gaiser220a1.jpg" alt="Dr. Wolfgang Gaiser" />Auf dem Land ist man schneller erwachsen als in der Stadt, sagt Jugendforscher Dr. Wolfgang Gaiser. Seit über 30 Jahren arbeitet er am Deutschen Jugend Institut (DJI) in München. Im Interview spricht er über Vorteile und Nachteile des Erwachsenwerdens in der Stadt und auf dem Land.<br />
<a class="mehr" href="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/117">Interview mit Jugendforscher Dr. Gaiser</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>„Mein Herz durfte nichts sagen“</title>
		<link>http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/424</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Nov 2006 15:07:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nadine Brecht</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[erwachsen sein müssen]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist wenige Wochen nach Weihnachten, als Jessica* weiß: Es wird kein weiteres Kind geben. Die Schwangerschaft ist vorbei. In der Berliner Familienberatung „Balance“ entscheidet sich die 31-Jährige nach einer Beratung für einen Abbruch mit dem Medikament Mifegyne. Die Wirkungsweise von Mifegyne ähnelt einer künstlich eingeleiteten Fehlgeburt. Auf der Toilette stellt Jessica fest: Die Blutung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist wenige Wochen nach Weihnachten, als Jessica* weiß: Es wird kein weiteres Kind geben. Die Schwangerschaft ist vorbei. In der Berliner Familienberatung „Balance“ entscheidet sich die 31-Jährige nach einer Beratung für einen Abbruch mit dem Medikament Mifegyne. Die Wirkungsweise von Mifegyne ähnelt einer künstlich eingeleiteten Fehlgeburt. Auf der Toilette stellt Jessica fest: Die Blutung hat eingesetzt. „Du verlierst Gewebefetzen und denkst: Das war jetzt Dein Kind“, sagt sie nüchtern. </p>
<p>Jessica sitzt auf dem gemütlichen Sofa ihrer Wohnung und erzählt. Im Nebenzimmer spielen leise ihre Kinder, der dreijährige Leon* und der siebenjährige Finn*. Bis heute weiß niemand von der Abtreibung: „Ich hab das komplett allein durchgezogen“. Auch dem Vater des Kindes hat sie es nicht erzählt. An Verhütung hatten beide nicht gedacht. </p>
<p>Als Jessica von der Schwangerschaft erfuhr, hatte sie sich gerade von ihm getrennt. „Bevor ich Kinder hatte, dachte ich immer, über eine Abtreibung soll jeder für sich entscheiden. Aber für mich kam es nicht in Frage.“ </p>
<h3>„Das geht nicht, das kann ich nicht kriegen“</h3>
<p>Plötzlich ist alles anders. Jessica will das Kind nicht. „Ich hab nicht wirklich lange überlegt.“ Zwei Kinder hat sie schon, ist frisch getrennt, fühlt sich ganz allein. „Das geht nicht, das kann ich nicht kriegen.“ Ihr Entschluss steht fest. Eine Vernunftentscheidung: „Ich hab mit meinem Kopf mein Herz ausgeschaltet. Mein Herz, das durfte nichts sagen.“ </p>
<p>Kein Vergleich zu den Glücksgefühlen, als sie mit 23 zum ersten Mal schwanger war. Damals musste sie nicht überlegen, ob sie das Kind behalten möchte: „In meinem Herzen stand das fest.“ Die erste Schwangerschaft hat damals ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt: Hatte Jessica früher schon mal schnell ein Mikrowellengericht hinuntergeschlungen, fing sie plötzlich an, kochen zu üben – und sie putzte jeden Tag. „Ich hab einen riesengroßen Putzfimmel bekommen“. Durch das Kind wurde sie erwachsen. Wenn sie sich eigentlich im Bett lieber die Decke über den Kopf ziehen wollte, stand sie trotzdem auf: „Wenn Du ein Kind hast, hast Du etwas, was Dich zieht.“</p>
<h3>Mifegyne hat es ihr leichter gemacht</h3>
<div class="box">
<h4>Mehr zum Thema im Internet </h4>
<ul>
<li><a href="http://www.dajeb.de/suchmask.php">Beratungsführer der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugend- und Eheberatung</a></li>
<li><a href="http://www.ProFamilia.de">Pro Familia-Beratungsstellen in Deutschland</a></li>
<li><a href="http://www.fpz-berlin.de">Familienplanungszentrum „Balance“ in Berlin</a></li>
<li><a href="http://na.srvnet.de">Online-Selbsthilfegruppe für Frauen und Angehörige nach einer Abtreibung</a></li>
</ul>
</div>
<p>Nachdem die Beziehung mit dem Vater ihres ersten Kindes scheitert, bekommt Jessica ein zweites Kind. Sie lernt einen neuen Mann kennen, doch auch diese Beziehung scheitert. Dann der Schock: Sie ist wieder schwanger. Dass der Abbruch mit Medikamenten eingeleitet werden kann und sie sich nicht operieren lassen muss, „das hat es mir leichter gemacht“, sagt Jessica.</p>
<p>Bis zum 49. Tag der Schwangerschaft ist ein Abbruch mit Mifegyne in Deutschland möglich. Seit 1999 ist das Medikament hier auf dem Markt. Im  Familienplanungszentrum „Balance“ finden pro Jahr rund 800 Schwangerschaftsabbrüche statt – rund ein Drittel davon medikamentös. „Die Zahl der Abbrüche mit Mifegyne nimmt immer mehr zu. Wir sehen da einen großen Trend“, sagt Geschäftsführerin Sybill Schultz.</p>
<h3>Was wäre gewesen wenn sie das Kind bekommen hätte?</h3>
<p>Jessica ist überzeugt, dass ihre Entscheidung richtig war. „Für mich hat dieser Abbruch nur positive Sachen gebracht, so hart es klingt.“ Nach sechs Jahren zu Hause arbeitet sie jetzt wieder in ihrem Beruf: „Ich bin definitiv ausgelasteter als früher.“ </p>
<p>Trotzdem fragt sich die zweifache Mutter gelegentlich, was gewesen wäre, wenn sie das Kind bekommen hätte. Wäre es ein Mädchen geworden? Wie hätte es ausgesehen? Am 20. September, dem Tag, an dem ihr errechneter Entbindungstermin gewesen wäre, hat sie extreme Unterleibsschmerzen. Zwei Tage lang. Phantomschmerzen, wie Wehen. Der Schwangerschaftsabbruch ist nicht leicht zu verarbeiten.  „Immer um den 20. September, gerade dann wird es extrem hochkommen“, vermutet sie. </p>
<p>Jessica hat ihre Konsequenzen daraus gezogen. Sofort nach dem Abbruch hat sie angefangen, die Pille zu nehmen. Denn eins ist für sie klar: „Das passiert mir definitiv nicht noch mal.“</p>
<p><em>* Namen geändert</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Frage: Was ist für Dich erwachsen?</title>
		<link>http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/203</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Nov 2006 15:07:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ems</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[erwachsen sein]]></category>

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		<description><![CDATA[Gregor (27)

„Diplom, arbeiten gehen, eine Hausratsversicherung abschließen – das ist Erwachsensein. Das hat was mit Entscheidungen zu tun und mit festen Meinungen, genauen Vorstellungen, wie das Leben abläuft. Man ist dann nicht mehr so offen.“
Caroline (15)

„Erwachsensein bedeutet nur Arbeit und Stress. Da ist man Anfang 30 und es passieren nur schlimme Dinge: Heiraten und Kinderkriegen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Gregor (27)</h3>
<p><img id="image231" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/gregor_bild220.jpg" alt="gregor_bild220.jpg" /></p>
<blockquote><p>„Diplom, arbeiten gehen, eine Hausratsversicherung abschließen – das ist Erwachsensein. Das hat was mit Entscheidungen zu tun und mit festen Meinungen, genauen Vorstellungen, wie das Leben abläuft. Man ist dann nicht mehr so offen.“</p></blockquote>
<h3>Caroline (15)</h3>
<p><img id="image210" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/caroline_bild220.jpg" alt="Caroline" /></p>
<blockquote><p>„Erwachsensein bedeutet nur Arbeit und Stress. Da ist man Anfang 30 und es passieren nur schlimme Dinge: Heiraten und Kinderkriegen. Das find’ ich nicht so prickelnd.“</p></blockquote>
<h3>Hans (63)</h3>
<p><img id="image238" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/hans_bild220.jpg" alt="hans_bild220.jpg" /></p>
<blockquote><p>„Was heißt schon &#8220;Erwachsensein&#8221;? Und wer ist es schon ganz? In mancher Hinsicht, und vielleicht nicht in der schlechtesten, bin ich, glaube ich heute noch ein Kind.“
</p></blockquote>
<h3>Aline (32)</h3>
<p><img id="image249" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/aline_bild220.jpg" alt="ALine" /></p>
<blockquote><p>„Ich dachte immer, dass ich durchs Kinderkriegen und Heiraten Erwachsen werde. Bin ich aber nicht – ich glaube das liegt an Berlin. Hier kann ich immer noch in Clubs gehen und werde nicht schief angeguckt.“</p></blockquote>
<h3>Conrad (29)</h3>
<p><img id="image234" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/conrad_bild220.jpg" alt="conrad_bild220.jpg" /></p>
<blockquote><p>„Erwachsen ist man, wenn man merkt, dass der Körper 15 Jahre Party in den Knochen hat.“</p></blockquote>
<h3>Sabine (37)</h3>
<p><img id="image225" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/sabine_bild220.jpg" alt="sabine_bild220.jpg" /></p>
<blockquote><p>„Erwachsen fühle mich schon seitdem ich siebzehn bin. Da habe ich meine Lehre angefangen, bei der Post. Ich bin arbeiten gegangen, bin von zu Hause ausgezogen – das war was Positives.“</p></blockquote>
<h3>Amit (25)</h3>
<p><img id="image235" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/amit_bild220.jpg" alt="amit_bild220.jpg" /></p>
<blockquote><p>„Erwachsensein bedeutet zu sehen, wie die eigenen Eltern wirklich sind – als Kind hat man davon keine Ahnung. Erst später merkt man mit jedem Gespräch, dass Eltern auch Psychoprobleme haben und mal fertig sind.“</p></blockquote>
<p>Fotos: Patricia Corniciuc, Katrin Mink und Annika Stitz</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>„Erwachsensein heißt einschlafen&#8221;</title>
		<link>http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/34</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Nov 2006 15:07:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patty Corniciuc</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[nicht erwachsen sein wollen]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Café „Wohnzimmer“ in Berlin. Ein später Mittwochnachmittag, es dämmert schon. Jan Klehn betritt den Raum, seinen schwarzen Motorradhelm unterm Arm. Er ist mit dem Roller hier. Und strahlt. Er kann es sich erlauben, zwischendurch ins Café zu gehen. Er arbeitet von zu Hause aus und teilt seine Zeit frei ein.
Frage: Bist du ein Erwachsener?
Jan [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Café „Wohnzimmer“ in Berlin. Ein später Mittwochnachmittag, es dämmert schon. Jan Klehn betritt den Raum, seinen schwarzen Motorradhelm unterm Arm. Er ist mit dem Roller hier. Und strahlt. Er kann es sich erlauben, zwischendurch ins Café zu gehen. Er arbeitet von zu Hause aus und teilt seine Zeit frei ein.</p>
<h3>Frage: Bist du ein Erwachsener?</h3>
<p>Jan Klehn: Nein. Und ich glaube, dass die meisten Menschen das auch nicht von sich sagen würden. Mal abgesehen von meinen Eltern. </p>
<h3>
Ist „erwachsen“ für dich denn etwas Negatives?</h3>
<p>Im Großen und Ganzen ist das Wort „erwachsen“ nur dazu da, um Leuten zu sagen, dass sie es nicht sind. Ich wette, du findest kaum Leute, die wirklich von sich sagen, dass sie erwachsen sind. Die meisten antworten doch wohl: „Also, im Herzen fühle ich mich noch jünger.“</p>
<h3>
Und wie findest du es, dass auch du mal erwachsen sein sollst?</h3>
<div class="box">
<h4>Zur Person</h4>
<p>Jan Klehn, 32, lebt seit sechs Jahren in Berlin Prenzlauer Berg. Er arbeitet für eine Webdesignfirma. Seit einem Jahr ist er mit seiner Freundin zusammen – nach längerer Zeit die erste feste Beziehung.</p></div>
<p>Unnötig. Erwachsensein bedeutet, dass man schon eingeschlafen ist. Es schadet sicher nicht, dass man bei gewissen Entscheidungen reif ist. Das muss aber nicht bedeuten, dass man den jugendlichen Spirit verliert – so eine gewisse jugendliche Spritzigkeit. Es gibt Leute, die freuen sich mit 30, wenn sie nach einem Cocktail um 23 Uhr im Bett sind. Ich finde das total langweilig. Solche Leute altern vom Kopf her viel schneller als ich. Ich verbinde exzessiv Feiern mit Lebensfreude. Und davon kann ich bei solchen Leuten nichts erkennen. </p>
<h3>Das Feiern hält dich also jung?</h3>
<p>Ja. Ich brauche einfach dieses „Kawumm“ um mich herum. Am letzten Freitag waren wir auf einer Privatparty, so bis vier oder fünf Uhr. Und Samstag sind wir irgendwann in einem Club gelandet. Ich hab’s bis Sonntagmorgen um zehn ausgehalten. Wenn es nach mir ginge, würde ich auch dienstags und donnerstags weggehen. Aber es ist mittlerweile schwer, Leute zu finden, die da mitziehen. Abgesehen davon, dass meine Freundin da auch aufs Dach steigen würde. </p>
<h3>Wann wirst du dich erwachsen fühlen?</h3>
<p><img id="image163" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/220.jpg" alt="220.jpg" /><br />
Gar nicht? Mit 50 sollte ich wahrscheinlich schon erwachsen sein. Bin ich bis dahin sicher auch. Auf jeden Fall wird es dann wohl sehr schwer sein, das Gegenteil zu beweisen. Ich kann mir das aber nicht vorstellen. Was soll sich da ändern? Vor allem: Wie soll sich das ändern?</p>
<h3>Was ist mit Kinder Kriegen?</h3>
<p>Mit 25 habe ich immer gesagt: nicht vor 30. Jetzt bin ich über 30 und kann es mir noch immer nicht vorstellen. Aber ich kann mir skurrilerweise immer noch eher vorstellen, ein Kind zu bekommen, als mit meiner Freundin zusammen zu ziehen.</p>
<h3>Wieso?</h3>
<p>Ich will, dass ich nach Hause kommen, die Tür zu machen und mit meinen Freunden was machen kann, ohne dass daraus gleich ein „Wir“ wird. Ich finde, man muss nicht alles ver-„wir“-en. Wenn es nach mir ginge, könnten wir getrennte Wohnungen behalten, auch wenn wir mal Kinder haben. </p>
<h3>
Gibt es irgendwann einen Punkt, an dem das Leben dich zwingt, erwachsen zu werden?</h3>
<div class="box">
<h4>Mehr zum Thema</h4>
<ul>
<li><a href="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/285">Geschichten aus dem Lifestlye-Club</a></li>
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<li><a href="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/124">Forever 18</a></li>
</ul>
</div>
<p>Wenn es einem richtig dreckig geht. Zum Beispiel, wenn ich jahrelang arbeitslos wäre. Oder wenn ein geliebter Mensch stirbt. Wenn man das Leben mit anderen Augen betrachtet als mit denen der Spaßgesellschaft. In dem Moment wird man erwachsener.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Orte des Erwachsenwerdens</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Nov 2006 15:07:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ems</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[erwachsen werden]]></category>

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		<description><![CDATA[
















Audio

Geräusche des Erwachsenwerdens - ein Quiz (mp3)

Fotos: Michael Nowak, Katrin Mink und Annika Stitz
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="gallery">
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</div>
<div class="gallery">
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</div>
<div class="gallery">
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</div>
<div class="gallery">
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</div>
<div class="gallery">
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</div>
<p><br class="clear" /></p>
<div class="box big">
<h3>Audio</h3>
<p><a href="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/audio/geraeuschedeserwachsenwerdens.mp3"><br />
Geräusche des Erwachsenwerdens - ein Quiz (mp3)</a></div>
<p><br class="clear" /><br />
Fotos: Michael Nowak, Katrin Mink und Annika Stitz</p>
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		<item>
		<title>„Das Familiending muss weiterlaufen“</title>
		<link>http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/247</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Nov 2006 15:06:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne Gugel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[erwachsen sein müssen]]></category>

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		<description><![CDATA[Alleine? Niemals! Ohne ihre Schwester Daniela würde Yvonne das Geschäft ihrer Eltern nicht weiterführen wollen. Die Rolle der Mutter scheint ihr übermächtig groß. „Sie ist die Firma“, sagt Yvonne über Barbara Schwarz, 57, gelernte Rechtsanwaltsgehilfin. Sie habe ihr Leben mit der Arbeit verschmolzen, sei perfekt in dem, was sie tue. „Nachts um vier klingelt das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alleine? Niemals! Ohne ihre Schwester Daniela würde Yvonne das Geschäft ihrer Eltern nicht weiterführen wollen. Die Rolle der Mutter scheint ihr übermächtig groß. „Sie ist die Firma“, sagt Yvonne über Barbara Schwarz, 57, gelernte Rechtsanwaltsgehilfin. Sie habe ihr Leben mit der Arbeit verschmolzen, sei perfekt in dem, was sie tue. „Nachts um vier klingelt das Telefon, sie ist sofort in ihrer Rolle, kann Kundengespräche führen – und damit haben wir Töchter beide ein Problem, mit dieser Rollentreue.“ Daniela und Yvonne sind im Zwiespalt: Bewunderung für die Leistungen der Mutter einerseits. Andererseits Angst, so zu werden wie sie, der Wunsch nach mehr Freiräumen, einem eigenen Weg.</p>
<p>Seit einem Jahr leiten Mutter und Töchter gemeinsam die vier Filialen des Berliner Bestattungsunternehmens in Steglitz, Friedenau, Schöneberg und Tempelhof. Urgroßvater Otto hatte 1908 das erste Geschäft eröffnet. Dessen Sohn Karl machte dem Vater bald Konkurrenz – Schwarz gegen Schwarz – bis Otto in Rente ging und der Sohn beide Betriebe übernahm. Ähnlich lief es beim dritten Generationswechsel 1974 von Karl auf Wolfgang, dem Vater von Daniela und Yvonne. „Wir sind die erste Generation, bei der die Übergabe friedlich verläuft“, sagt Yvonne. Wenn heute eine große Trauerfeier wie neulich die von Schlagsänger Drafi Deutscher ansteht, dann helfen auch diejenigen Familienmitglieder mit, die eigentlich gar nichts mit dem Geschäft zu tun haben.</p>
<h3>
Die Tradition aufzugeben ist beklemmender als der Job</h3>
<p>Aber schon immer Bestatterinnen werden? Nein, das wollten Daniela und Yvonne beide nicht. Daniela ist ausgebildete Erzieherin und Krankenschwester. Die Arbeit in der Klinik machte ihr Spaß. Und doch: Irgendwann kam der Punkt, an dem sie sich entschied, im elterlichen Betrieb mitzuarbeiten. Herauszufinden, ob sie eines Tages nicht doch übernehmen wollte. Heute sagt sie, die Vorstellung, die Tradition aufzugeben sei weit beklemmender als der Job. Es müsse einfach weiterlaufen, „das Familiending“.</p>
<h3>„Stille hilft mehr als viele Worte“</h3>
<p>Aber Bestatterin sein, ist nicht leicht – auch wenn man mit dem Tod groß wird.<br />
Was sagt man einer Mutter, deren Kind man beerdigen muss?<br />
„Da tut die Stille manchmal mehr als viele Worte“, sagt Daniela und erzählt von der Begegnung mit einer Mutter, deren Kind totgeboren wurde. Mit einer Tüte voller Babysachen saß die Frau vor ihr auf einem Stuhl. Babysachen, die mit in den Sarg gelegt werden sollten. Die Frau konnte sich nicht trennen von ihrer Tüte. „Ich stand vor ihr, habe sie angeschaut, meine Hände an die Tüte gelegt und gesagt: Ich nehme das jetzt mit. Darf ich das? Irgendwann hat die Frau losgelassen. Sie war bereit für den Abschied.“</p>
<p><img id="image242" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/urne_110.jpg" alt="urne_110" />Danielas jüngere Schwester Yvonne sucht Sicherheit und Struktur in der Familie. Sie hat Fremdsprachenkorrespondentin gelernt, aber keinen Abschluss gemacht. „Im ersten Jahr hatte ich nur Einsen, im zweiten war dann totales Chaos“, sagt sie. Dinge fertig zu bringen, ist nicht ihre Stärke. Irgendetwas musste sie aber machen. Und „sinnvoll“ sollte es sein. Die Familientradition fortzuführen schien ihr sinnvoll. Vielleicht, meint sie, hole sie jetzt auch die Nähe zur Familie nach, die sie in der Kindheit vermisst hat. Die Mutter war eben immer im Laden.</p>
<h3>Das Ziel: Die Mutter in den Urlaub schicken</h3>
<p>Die beiden Schwestern ergänzen sich. Daniela, die bodenständige Macherin, das Organisationstalent, Yvonne, die repräsentieren und „die Leute bezaubern kann“, wie Daniela anerkennend sagt. Sie halten sich aneinander fest und gegenseitig den Rücken frei. Wenn die eine sich nicht gut fühlt, übernimmt die andere. Und wenn beide nicht wollen? „Dann gehen wir gemeinsam.“</p>
<p>Daniela und Yvonne wachsen mit der Verantwortung. Immer noch ist da die Angst, wie das gehen soll, wenn die Mutter nicht mehr da ist. Besonders bei Yvonne. „Mein Ziel ist es, meine Mutter drei Wochen in den Urlaub schicken zu können und das Gefühl zu haben, ich pack das.“<br />
In drei Jahren, mit 30, will sie soweit sein. Daniela ist zuversichtlich: „Wir schaffen das.“</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Etwas bewirken – aber was?</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Nov 2006 15:06:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne Gugel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[erwachsen werden]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie ist hier, weil sie etwas bewirken will. Was, das wird sich zeigen. Sie muss sich erst einarbeiten, um zu sehen, wo sie hier anpacken kann. Aber dass es so sein wird, daran hat sie keine Zweifel.
Stefanie Lausch wählt ihre Worte mit Bedacht. Am Holztisch im Fraktionszimmer vor einer proppenvollen Regalwand schildert die gebürtige Sachsen-Anhalterin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie ist hier, weil sie etwas bewirken will. Was, das wird sich zeigen. Sie muss sich erst einarbeiten, um zu sehen, wo sie hier anpacken kann. Aber dass es so sein wird, daran hat sie keine Zweifel.<br />
Stefanie Lausch wählt ihre Worte mit Bedacht. Am Holztisch im Fraktionszimmer vor einer proppenvollen Regalwand schildert die gebürtige Sachsen-Anhalterin und diplomierte Politologin, wie das alles mit ihr begann. Wie es kommt, dass sie seit vier Wochen eine von elf bündnisgrünen Bezirksverordneten in Berlin-Mitte ist und mit 24 die Zweitjüngste.</p>
<p>Stefanie ist kein Politik-Frischling. Seit 2004 ist sie Parteimitglied. Sie war für die grüne Hochschulgruppe im Studierendenparlament der Uni Potsdam, ist aktiv in ihrer Bezirksgruppe und in einigen Partei-Gremien. Bei den Grünen habe sie es leichter als junge Frau. Es gebe ja die Quote und Förderprogramme. </p>
<h3>„Machen wir uns nichts vor“</h3>
<p><img id="image410" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/stefanie_110_2.jpg" alt="Stefanie_110_2" /></p>
<div class="box">
<h4>Mehr zum Thema</h4>
<ul>
<li><a href="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/295">Wie Parteien sich Nachwuchs züchten</a></li>
</ul>
</div>
<p>Ob sie als Jungpolitikerin schon einmal Rückschläge erfahren habe? „Ich kann mir gut vorstellen, dass man Angst davor hat, nicht ernst genommen zu werden.“ Das klingt, als gelte das nicht für sie. „Es ist gar nicht so, dass einem keiner zuhört, wenn man sachlich argumentiert,“ ist ihre Erfahrung. Und „machen wir uns nichts vor: jede Partei ist daran interessiert, einen Mittzwanziger mit in die Gremien zu setzen.“ „Machen wir uns nichts vor“ sagt Stefanie oft. „Bei den Grünen komme ich schneller voran, da mache ich mir nichts vor, so einfach ist das.“ Also Kalkül? „Ja, von meiner Seite ist es auch Kalkül.“</p>
<p>Stefanie sagt, sie sei über ein so genanntes Mentoring-Programm ihrer Partei auf die Idee gekommen, für die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) zu kandidieren. Sechs Monate lang hat sie eine erfahrene Kommunalpolitikerin aus dem Berliner Stadtteil Steglitz-Zehlendorf bei der Arbeit begleitet. Sie ist mit ihrer Mentorin in Fraktions- und Ausschusssitzungen gegangen, hat gelernt, wie man politische Anträge formuliert und wie ein Bezirksamt aufgebaut ist. Davor habe sie sich nicht vorstellen können, selbst in die BVV zu gehen. Danach schon. Warum? Sie habe gesehen, „dass es lebt. Wenn man schaut, welchen Weg ein Antrag geht: durch wie viele Ausschüsse, wer das eingebracht hat, welche Fraktionen zusammengearbeitet haben.“ Es scheint der politische Prozess zu sein, der sie interessiert. </p>
<h3>
Engagiert bei den kleinen Dingen</h3>
<p><img id="image316" src="http://binicherwachsen.ems-babelsberg.info/wp-content/uploads/2006/11/ordner_110.jpg" alt="ordner_110" /></p>
<div class="box">
<h4>Bezirksverordnetenversammlung</h4>
<p>Bezirksverordnetenversammlungen sind in Berlin die Parlamente auf kommunaler Ebene. Insgesamt gibt es 12, für jeden Bezirk eine. Anders als im Berliner Abgeordnetenhaus, dem Berliner Landesparlament, sind die Bezirksverordneten ehrenamtlich tätig. Sie werden von den Berlinern für fünf Jahren ins Amt gewählt und kümmern sich um die Kiez-Politik. Am 17. September waren Wahlen.</p></div>
<p>In der BVV sitzt Stefanie jetzt im Ausschuss für Bürgerdienste und Soziales. Das ist der Ausschuss, der sich beispielsweise mit dem Bürgeramt beschäftigt, „wie es da abläuft, ob Bürgeranfragen bearbeitet werden.“ Außerdem kümmert sie sich um Bürgerbeschwerden. Bürgerschaftliches Engagement ist ihr Steckenpferd.</p>
<p>Und dann wird sie emotional, kriegt ihre Stimme einen engagierten Ton: Es geht um ganz kleine Dinge, um Stühle und Tische auf Gehwegen. Um die Frage, ob es richtig ist, wenn die im Sommer vor Kneipen stehen. „Ich hab früher immer gedacht: Ist doch schön, im Freien.“ Nur: „Schon mal Gedanken darüber gemacht, wie eine Frau mit dem Kinderwagen vorbeikommen soll? Die muss die Straßenseite wechseln! Es gibt da keine Regelung für die Gastwirte, weil die Abgeordneten Angst haben, sich die Finger zu verbrennen.“<br />
Vielleicht hat sie ja irgendwann keine Angst. Schließlich will sie „in der BVV kontrovers diskutieren.“ Aber noch nicht. Noch will sie sich einarbeiten. Mindestens ein Jahr. Stefanie Lausch ist gewissenhaft.</p>
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